Makrofotografie mit dem Telezoom

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Makrofotografie mit dem Telezoom

Olivia Michalski hat ein Faible für die kleinen Dinge des Alltags. Besonders liebt sie es, Blumen und Zweige mit dem SP 70-200 mm F2.8 in traumhafte Bokeh-Welten zu tauchen. Im Tamron-Blog schreibt sie, wie ihre Bilder entstehen.

Lange war ich mir unsicher, ob sich ein Telezoom für meine Art der Makrofotografie lohnen würde. Für meine digitale Spiegelreflexkamera hatte ich bereits ein günstiges Telezoom, dessen Bildqualität allerdings nicht so berauschend ist. Im Gegenteil: eher rauschend. Wäre ein weiteres Telezoom also überhaupt das Richtige für mich? Bisher war ich immer ein Fan von Festbrennweiten: 28mm F2.8, 50mm F1.8, 90mm F2.8 … Doch dann folgte der System-Neustart mit der Sony Alpha 7R und dem lichtstarken Tamron SP 70-200mm F2.8.

Bereits beim Kauf war ich super aufgeregt! Das neue Telezoom war schwerer als meine anderen Objektive. Aber bereits nach den ersten Testschüssen im Zoo am Tag war ich total begeistert! Die Bilder waren knackig scharf. Und was mich immer noch absolut sprachlos macht, ist diese Bokeh, diese traumhafte Unschärfe im Vorder- und Hintergrund. Als Makrofotografin achtet man ja besonders auf solche Dinge, wie einen schön gestalteten Hintergrund -- und den bekomme ich nun besser hin als früher mit meinem Makroobjektiv.

Richtig begeistert von der Schärfe und den Möglichkeiten zur Freistellung von Objekten, begab ich mich seit dem Kauf des Objektivs viel öfter auf Fototouren. Zwar war es zuerst ungewohnt, ständig mit einem relativ schweren Objektiv zu fotografieren, aber man gewöhnt sich schnell daran und lernt schnell, damit kreativ zu arbeiten.

Diese Foto war eines meiner ersten Testbilder, das ich mit dem SP 70-200 mm gemacht habe. Aufgenommen mit einer Sony Alpha 7R, bei Brennweite 200mm, 1/100 s, Blende F2.8 und ISO 640.
Dieses Bild entstand im Wald. Im Hintergrund schien die Sonne auf eine kleine Flasche, die ich mitgebracht hatte. Aufgenommen wieder mit der Sony Alpha 7R bei 200mm, 1/100 s, F4,5 und ISO 500.

Anfangs hat es mich jedes Mal gewundert, dass die Belichtungszeiten trotz der Länge des Telezooms so kurz sind. Der Grund dafür ist natürlich die hohe Lichtstärke des Objektivs und die Verwendung von hochwertigen optischen Glaselementen. Bei normalen Tageslichtverhältnissen muss ich praktisch nie ein Stativ benutzen, was meiner Art der Fotografie sehr entgegen kommt. Das Handling wird durch die Lichtstärke des Objektivs also spürbar erleichtert.

Vor nicht allzu langer Zeit war ich dann im Muttental, einem Wald bei Witten. Hier kann man auf einem Bergbaurundweg viel über die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet lernen. Ich war allerdings wegen der Flora dort. Der Wald ist schon immer ein Ort zum Entspannen für mich gewesen, und dort wollte ich auch etwas von dieser relaxten Atmosphäre mit der Kamera einfangen. Da die Lichtverhältnisse an diesem Tag nicht perfekt waren und wir am Mittag dort waren, war das Sonnenlicht sehr hart und warf Schlagschatten. Ich habe daher vor allem an schattigen Orten nach Motiven gesucht, um allzu hohe Kontraste zu vermeiden.

Das Bild entstand im Februar, als in Duisburg bereits die ersten Osterglocken zu sehen waren. Aufgenommen mit der Sony Alpha 7R bei Brennweite 200 mm, 1/1000 s, F2.8 und ISO 800.

Bei dem Waldspaziergang gelang mit noch ein weiteres Bild, auf das ich besonders stolz bin. Es entstand am Waldrand. Wir waren schon wieder auf dem Rückweg, und ich wollte die Kamera fast schon einpacken. Ursprünglich war ich auf der Suche nach Leberblümchen, die ich aber nicht gefunden habe. Im Schein der Sonne habe ich im Laub dann diese Blume gefunden, die ganz alleine die Wärme genoss. Es war kaum eine Nachbearbeitung nötig. Ich dunkelte nur den rechten Bereich etwas ab, und fertig war dieses tolle Bild!

Abschließend kann ich sagen: Ich bin begeistert von der Qualität und der Abbildungsleistung des Tamron SP 70-200 mm F2.8. Für mich ist es ein absoluter Traumkauf!

Für die Aufnahme von dieser kleinen gelben Blume habe ich, wie bei vielen meiner Bilder, eine sehr niedrigen Kameraposition gewählt. Auf diese Weise kann ich Blätter oder Äste im Vordergrund in schöner Unschärfe verschwimmen lassen. Die Telebrennweite und die große Blendenöffnung erlauben einen sehr kurzen Schärfebereich. Aufgenommen bei 200mm, 1/800 s, F2.8 und ISO 500.

Über den Autor: Olivia Michalski

Ich bin Olivia Michalski, 22 Jahre alt und komme aus Bochum. Leidenschaftlich gerne fotografiere ich seit 2010, und besonders hat es mir die Naturfotografie angetan. Insbesondere im Makrobereich zeige ich den Menschen gerne, was sie normalerweise übersehen würden. Wenn ich mal nicht hinter der Linse stehe, arbeite ich im Krankenhaus: Ich mache nämlich im Moment eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin.

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