Mit dem Supertele-Zoom im Stadion

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Mit dem Supertele-Zoom im Stadion

Packende Fußballfotos brauchen einiges an Erfahrung. Kein Problem für Dierk Kowalke. Der Fotoprofi schoss schon vor über 40 Jahren sein erstes Sportfoto. Jetzt kehrte er mit dem Tamron SP 150-600 mm F/5-6.3 Di VC USD zurück ins Stadion – und war begeistert von der Leistung des Zoomobjektivs.

„Yes! Abpfiff! Auswärtssieg“, twitterte Werder Bremen nach dem 4:1 in Leverkusen. Kein Jubeltag für Bayer-Fan Dierk Kowalke. Der passionierte Sportfotograf hatte seiner Heimmannschaft die Daumen gedrückt. Das Spiel verfolgte er die meiste Zeit durch den Sucher seiner Profi-DSLR – und zog dabei wie immer die Blicke der anderen Fotografen am Spielfeldrand auf sich. „Viele der Kollegen haben sich verwundert die Augen gerieben, als ich an meiner Kamera das recht kompakte Telezoom von Tamron befestigte“, erzählt Dierk Kowalke. „Die wollten nicht glauben, dass ich mit dem eher preisgünstigen Zoom ebenso professionelle Bildergebnisse erziele wie sie mit den lichtstarken Supertele-Objektiven.“

Dierk Kowalke fotografiert seit 50 Jahren, seit er im Alter von 13 Jahren erstmals eine Kamera in der Hand hielt. Schon in der Schule arbeitete er als Fotoreporter für Lokalzeitungen. Sein Talent blieb nicht unentdeckt und schon bald druckten die Düsseldorfer Nachrichten und die Rheinische Post seine Fotos. „Die Sportfotografie hatte es mir speziell angetan - egal welche Sportart“, erzählt Dierk Kowalke. „Ende der 1960er-Jahre bewarb ich mich dann erfolgreich bei der Presseagentur dpa und der Sportagentur Horstmüller“. Er wurde prompt genommen und stand so als Schüler und Student schon regelmäßig bei den Spielen der Fußball-Bundesliga mit der Spiegelreflexkamera hinter der Torlinie.

Packende Momente: Mit dem SP 150-600 mm hielt Dierk Kowalke auch dieses Foul an Bayer-04-Stürmer Stefan Kiessling fest.

Faszination Mensch

Beruflich hat es Dierk Kowalke im Laufe der Zeit in die Wirtschaft getrieben. Seit 2001 arbeitet er hauptsächlich als Business-Fotograf. „Die journalistisch geprägte Fotografie, das Dokumentieren von Ereignissen und der Mensch stehen dabei ganz klar im Mittelpunkt“, so Dierk Kowalke. „Ich nenne es People at work – egal ob Aufsichtsratschef, Blaumann oder Sportler, sie bestimmen meine Motive.“

Vor einigen Monaten entdeckte Dierk Kowalke seine alte Leidenschaft für die Sportfotografie wieder. Was fasziniert ihn bis heute daran? „Bei der Sportfotografie ist die Vorahnung dessen, was passieren wird, das Reizvolle. Vom Sport selber bekommt man meistens nichts mit. Halt nur Momentaufnahmen. Und ob die etwas geworden sind, sieht man immer erst hinterher. Darüber hinaus ist immer Dynamik im Spiel. Egal ob es sich um Fußball, Leichtathletik, Golf oder Rhönrad handelt. Und vor allem muss man als Sportfotograf seine Hardware und sein Handwerk beherrschen. Technische Fehler sind unverzeihlich. Dann machen andere bessere Fotos und ich verdiene kein Geld.“

Nah dran: Mit dem großen Brennweitenbereich von 150 mm bis 600 mm lassen sich sowohl entfernte als auch nahe Spielszenen optimal ins Bild setzen.

Storytelling mit der Kamera

Jedes Sportereignis folgt einer Dramaturgie. Vorsichtiges Abtasten nach dem Anpfiff, voller Emotionen in die Halbzeitpause und dann die Schlussphase, in der die Spannung auf den Siedepunkt kocht. „Diese Geschichte eines Spiels wird mit der Vielzahl der Fotos erzählt, oft sind es tausend oder mehr pro Spiel“, so Dierk Kowalke. „Als Fotomotiv brauche ich vor allem den Kampf um den Ball, das Foul, die gelben oder roten Karten, die Emotion, den Jubel und die Betroffenheit. Natürlich auch den Torschuss, wenn auch nicht zwingend zusammen mit Torwart und Ball im Netz. Das erledigen heute meist die fest positionierten, ferngesteuerten Kameras hinter dem Tor. Wichtig ist der richtige Auslösemoment, den muss ich im Voraus erahnen. Da hilft mir auch die schnelle Serienaufnahme moderner DSLRs nur bedingt.“

Im Laufe seiner Karriere hat Dierk Kowalke viele Entwicklungen in der Fototechnik hautnah miterlebt. Wie sehr hat sich die Sportfotografie in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt? „Die Einführung der Digitalfotografie hat logischerweise große Veränderungen mit sich gebracht. Früher saß ich hinter dem Tor mit einer SLR, die mit einem 135-mm-Tele bestückt und auf eine Entfernung von 15 Meter eingestellt war. Das funktionierte recht passabel. Dazu hatten wir noch ein 400-mm- oder 560-mm-Supertele im Anschlag. Das Agenturgeschäft war aufregend und schnell, nach dem Spiel mussten wir nicht selten 200 große Schwarzweiß-Abzüge in gut zehn Minuten entwickeln. Heute läuft das anders: Man sitzt zwar immer noch hinter dem Tor, aber meist näher zur Eckfahne oder sogar am Seitenrand. Die Standardobjektive während dem Spiel sind das 300er oder 400er mit Lichtstärke F2,8, dazu vielleicht noch das 70-200er und für später das 24-70er. Die Bilder werden zum Teil schon während des Spiels am Laptop bearbeitet und auf Foto-Websites hochgeladen.“

Schöne Freisteller: Obwohl Dierk Kowalke mit Blende f/8 fotografierte, ergibt sich mit den Telebrennweiten des Zooms eine ausreichend geringe Schärfentiefe. Das fokussierte Hauptmotiv kommt vor dem unscharfen Hintergrund optimal zur Geltung.

Autofokus nahezu perfekt

Doch nicht nur die Brennweiten und der Bildversand haben sich geändert. Die Kameratechnik macht es den Fotografen heute leichter denn je, gelungene Aufnahmen zu schießen. „Die DSLR-Technik ist heute beinahe perfekt und der analogen Fotografie um Längen überlegen. Das zeigt vor allem im schnellen Autofokus und der präzisen Schärfenachführung. Nur bei der Belichtungsmessung stoßen die aktuellen Systeme in der Sportfotografie immer noch an ihre Grenzen. Bei Flutlicht im Stadion oder in der Halle ist die manuelle Belichtungseinstellung oft die beste Lösung.“

Mit welchen Kameraeinstellungen arbeitet Dierk Kowalke bei Bundesliga-Spielen typischerweise? „Wichtig ist eine kurze Verschlusszeit, um die schnellen Bewegungen scharf abbilden zu können. Im Falle des Tamron SP 150-600 mm sind ISO 6.400, 1/1.000 Sekunde und Blende 8 meine Wahl“, verrät er. „Klar, Blende 8 ist schon gewagt und ISO 6.400 erst recht, aber es funktioniert.“

Voll im Lauf: Selbst schnelle Spielszenen wie dieses Duell, das sich Karim Bellarabi mit einem Bayern-Spieler liefert, lassen sich mit dem schnellen USD-Autofokus des SP 150-600 mm scharf einfangen.

Ständig am Ball

Am meisten schätzt Dierk Kowalke am 150-600er, dass er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen 90 Prozent seiner Bilder mit einem einzigen Objektiv schießt – egal ob das Motiv vor einem im Strafraum oder im gegenüberliegenden Strafraum passiert. „Ich schätze den Zoom-Einsatz einfach, weil ich ständig am Ball bin. Beim Autofokus gibt es nichts zu bemängeln, auch bei schnellen Bewegungen auf die Kamera zu kann es den lichtstarken Festbrennweiten Paroli bieten.“

Auch hinsichtlich der Schärfe liegt das SP 150-600 mm auf Augenhöhe. „Rechnerisch mag es bei dem Zoomobjektiv Nachteile geben, aber in der Praxis spielt das keine entscheidende Rolle. Die 600 mm des Zooms sind der 400-mm-Festbrennweite im Ausschnitt überlegen, das ist ein Vorteil, denn ich brauche keine Ausschnittvergrößerung. Obendrein ist das 150-600er natürlich leichter und weniger – das merkt man auch bei der Arbeit mit Einbeinstativ.“

Geschichten erzählen: Nicht nur Spielszenen, sondern auch die Mannschaftsaufstellung gehört zum Pflichtprogramm eines Sportfotografen. Mit dem SP 150-600 mm konnte Dierk Kowalke von seinem Standort einen perfekten Ausschnitt wählen.

Der Reiz der Fotografie

In seiner langen Karriere hat Dierk Kowalke bereits vieles fotografiert und noch mehr gesehen. Was motiviert ihn immer wieder aufs Neue, auf den Auslöser zu drücken? Eine knappe Antwort falle ihm hier nicht leicht, schmunzelt der Fotograf. „Kurz formuliert ist es der Reiz, ein Abbild der Realität zu schaffen, von dem der Betrachter sagt: Hey, ist das beeindruckend, welche Details man in einem Foto alles festhalten kann! Zugegeben, oftmals sage ich das am nächsten Tag auch selber, wenn ich genügend Abstand vom Shooting habe.“

5 Profi-Tipps für angehende Sportfotografen

  1. Die Technik der Fotografie ist im Prinzip seit über 175 Jahren unverändert. Lerne die Funktionsweise optischer System und die Kameratechnik wenigstens ansatzweise zu verstehen!
  2. Der Fotograf muss erahnen, was passieren wird. Wenn ich beobachte und dann entscheide auszulösen, bin ich meist zu spät. Denke voraus!
  3. Lasse dich von anderen inspirieren, gute Ideen sind kopierbar. Will heißen: Schaue, was andere Fotografen machen, setze dies für dich um und entwickle daraus deine eigene Fotografie!
  4. Spiele mit der Kamera! Es geht nichts über das Experimentieren. Mit der DSLR ist das ja kein Problem: Es gibt schließlich eine Delete-Taste.
  5. Trainiere die Kommunikation mit Kunden! Jenseits des Spielfeldrandes ist die Beratung, was machbar und umsetzbar ist, sowie das Verstehen von Kundenwünschen unabdingbar.
Saison-Start: Auf Mallorca begleitete Dierk Kowalke im Frühjahr ein Radrenn-Team bei ihren ersten Ausfahrten. Mit dem SP 150-600 mm gelangen stimmungsvolle Bilder der Trainingsgruppe.

Über den Autor: Dierk Kowalke

Dierk Kowalke arbeitet als freier Fotograf, Unternehmensberater und Dozent in Leverkusen und Köln. Zu seinen Schwerpunkten zählen unter anderem Wirtschaftsreportagen und Porträts von Führungskräften der Wirtschaft. Nach dem Studium absolvierte er ein Volontariat als Text-Redakteur bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Später wechselte er zum Handelsblatt und zum Prisma-Verlag, bevor er beim Metro-Konzern den Posten als Pressechef und Leiter Interne Kommunikation übernahm. 2001 machte er sich mit einer Kommunikationsagentur mit einem Schwerpunkt auf Fotografie selbstständig. Seit 2012 ist er Dozent für Fotografie an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

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